Művelődés-, Tudomány- és Orvostörténeti Folyóirat
2017/14           ISSN: 2062-2597
Cím: „Die Pflanzschule der Wissenschaften und guten Sitten” Beiträge zur Mentalitätsgeschichte der Göttinger Studenten

Title: "The nursery of science and morality" Contributions to the history of mentalities of the Göttingen students
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Szerző(k): Rab Irén - Georg-August-Universität Göttingen
Rovat: A modern orvostudomány története napjainkig
Kötet: 2013/7
DOI: 10.17107/KH.2013.7.51-73
Kulcsszavak:
akadémiai szabadság, mentalitástörténet, diáktípusok, Göttingen, felvilágodás, album amicorum
Keywords:
authentica habita, university´s freedom, history of mentality, type of students, Göttingen, Enlightenment, friendship album, akademische Freiheit, Mentalitätgeschichte, Studententypen, Göttingen, Aufklärung, Stammbücher
Abstract:

The University of Göttingen was founded in 1737. According to the royal founding proclamation it was intended to be the „educative school of science and good habits”. This is exactly what this University represents for the posterity: the spirit of Enlightenment, outstanding professors, freedom of education from the knowledge-side and elegant manners, usefulness of society from the ethical side.

However, it took decades until student´s habit referred these high standards. The German university students were anything but well mannered at this time. Hiding behind the autonomy of the universities, they broke the local law, provoked citizens, taunted and revolted. This habit also appeared at the newly founded University of Göttingen.

This paper, based on the contemporary documents, would like to depict the types of students and manners at German universities in the 18th century, and the transformation of the students´ habit in Göttingen throughout the century.

The paper has a special focus on the mentality and the relation-system of the Hungarian students in Göttingen. By that, entries in friendship albums and memoirs were used as sources.


1.            Einführung: die neu gegründete Universität

„Alle Bürger sollen gute Männer sein, durch keinen Makel ihres Lebens in schlechtem Ruf: sie sollen keine Ansichten Vertreten, die gottlos sind oder dem Staat schaden, wohin auch die gehören, die da leugnen, daß es Gott gibt oder da er sich um die Dinge der Menschen kümmere”– verkündigte das Grundgesetz der 1737 gegründeten Georg-August-Universität Göttingen.[i]

Tadellose Moral, vornehme Abstammung, Gottesfurcht und Staatstreue, fast jede Universitätsproklamation enthielt diese Prinzipien, und in Göttingen wurden sie sehr ernst genommen. Der Gründer Georg August, König von Hannover und England, und sein Minister Gerlach Adolph von Münchhausen wollten eine höfische und elegante Universität nach englischem Vorbild aufbauen, die nicht nur aus dem Königtum Hannover, sondern aus allen Teilen des Reichs und sogar aus dem Ausland die Söhne der Adligen und reichen Bürger anlocken würde, unabhängig von ihrer Glaubenszugehörigkeit, da „ein Graf oder ein Baron mehr Geld ins Land bringt, als hundert teologische  Kaltaunenschlucker[ii]”.

Bei der Gründung wurde ein sorgfältiger Haushaltsplan aufgestellt. Der König war zu Investitionen bereit, wenn die Universität dem Land jährlich etwa 100.000 Taler einbrächte. Die Ausstattung der Georgia Augusta entsprach den königlichen Erwartungen. Zeitgenossen spotteten darüber, dass die erste Investition der Universität ein großer Reitstall mit dazugehöriger Reitbahn war – für Münchhausen bedeutete das jedoch die Basis der charakteristischen Göttinger Lebensart. In Göttingen konnte jeder Student seinem Rang und Vermögen entsprechend leben, konnte Privatunterricht, Reit-, Fecht- und Tanzstunden nehmen und in den Wäldern jagen. In der als teuer geltenden Einrichtung zahlten die Wohlhabenden für alles den mehrfachen Preis, die ärmeren Studenten wurden durch Stipendien unterstützt, ihnen wurden sogar kostenlose tägliche Mahlzeiten zugesichert. 

            Münchhausen schuf nicht nur die finanziellen und materiellen Voraussetzungen für eine gut funktionierende Universität. Er bestimmte auch die Mentalität der Institution, die im Geist der Aufklärung und nach dem Prinzip des gesellschaftlichen Nutzens konzipiert worden war. Um die Grundidee der Toleranz durchzusetzen, entzog man der theologischen Fakultät - als erster in Europa - das Aufsichtsrecht und garantierte die vollkommene Freiheit der Lehre und die Abschaffung der Zensur. „Sonst mögen die Professoren behaupten, was sie wollen… eine allzu scharfe Zensur ist tödlich für das Genie.”- bekannte Münchhausen. (Rössler, 1855:483)

            Die Universität versprach eine sinnvolle und praktische Ausbildung der zukünftigen kirchlichen und staatlichen Beamten, das heißt die Ausbildung von Juristen, Beamten, Ärzten und Kirchenleuten im Sinne der modernen Wissenschaften und zum Nutzen des Staates. Die juristische und die philosophische Fakultät bekamen mehr Unterstützung, erstere hatte die meisten Studenten, letztere die meisten Professoren. Die berufenen Professoren konnten ohne Einschränkung auf jedem Wissenschaftsgebiet lehren. Das war vor allem für junge Gelehrte eine große Chance und Herausforderung: der Jurist Pütter wurde mit 22, der später weltberühmte Haller mit 28, der Gründer der Orientalistik Michaelis mit 29 Jahren Professor in Göttingen. Dank dieser Voraussetzungen entwickelte sich die Georgia Augusta innerhalb einiger Jahrzehnte nicht nur zur führenden Universität Deutschlands, sondern Europas. „Göttingen gehört nicht zu einem Staat, nicht nur zu Deutschland, es ist die Universität ganz Europas” - sagte Napoleon im Jahr 1800.

            Das Verhalten der Studenten war immer von ihrer Herkunft, den Erwartungen der Universität und ihrer jeweiligen Umgebung beeinflusst. Anfangs benahmen sich die in Göttingen eingeschriebenen Studenten noch entsprechend den universitären studentischen Traditionen, und der damalige 'Göttinger Stil'schwankte zwischen ungebremstem Raufbold und lächerlichem Stutzer. Mit wachsendem Prestige der Universität wuchs auch die Zahl gesellschaftlich höher gestellter Studenten, und das vom Gründer erwartete Verhalten setzte sich immer mehr durch. Laut dem Anschlag im Namen des Königs von 1766 sollte die Göttinger Universität eine „Pflanzschule der Wissenschaften und guten Sitten” werden, und dies gelang ihr auch. Bis zu den letzten Jahrzehnten des Jahrhunderts hatte sich ein neuartiger Studententyp herausgebildet, den die mit Mentalitätsgeschichte befasste Fachliteratur als ´Göttinger Typ´ bezeichnet.

In der vorliegenden Arbeit wird anhand von zeitgenössischen Dokumenten und Stammbucheinträgen dargestellt, welche Studententypen und welche Verhaltensformen an den deutschen Universitäten des 18. Jahrhunderts vorherrschten und wie sich die traditionelle Studentenmentalität in Göttingen im Laufe des Jahrhunderts wandelte.

2. Deutsche Studententypen

In den deutschen Stammbüchern des 18. Jahrhunderts finden wir häufig Illustrationen, die Studententypen zeigen. (Abb.1-2.)

1. Abb. Stammbuch von Johann Christoph Heim,

1773-1783. Jena, - Städtische Museen 17793,2.

Die Zeichnungen stellen vier Grundtypen dar, die sich mit vier Akademien verbinden lassen: Die Studenten aus Leipzig, Halle, Wittenberg und Jena. Der Leipziger Student ist ein eleganter, reicher Stutzer, er folgt der höfischen Mode: er trägt Perücken mit Zopf und farbige Samtkniehosen, weiße Seidenstrümpfe und Schnallenschuhe. In Leipzig gibt man viel Geld aus und umschwärmt die Frauen. Der Hallenser ist ein biederer, frommer Pietist, ein echter ´Kaldaunenfresser´[iii] fleißig und enthaltsam verfolgt er nur seine Studien. Das spiegelt auch seine Kleidung wider: alles an ihm ist schwarz, seine pfäffische Jacke knöpft er bis zum Kinn. In seiner Hand ein Wanderstock, unter seinem Arm die Bibel: „Gott wird die Welt schon straffen“ - verkündet er.

2. Abb. Stammbuch von Johann August Heinrich Armbstroff, 1760.

Jena. - Gotha, Forschungsbibliothek, Chart. B. 1020a.

In Wittenberg wird die Freundschaft über alles gestellt, aber als Freund zählt meistens der Trinkkumpane: „in Wittenberg giebts naße brüder, sie leeren aus u. füllen wieder“. Der Kleidung fehlt die Eleganz, an der Seite baumelt ein Degen. Der Jenaer Student ist ein Streit suchender Renommist - „In Jena ist die mode so, da raufft sich bruder studio“ - das heißt, entweder er duelliert sich oder er bereitet sich gerade auf eine Prügelei vor, um die sogenannte akademische Freiheit zu verteidigen. „Die deutschen Studenten, die hier gewesen sind, sehen sehr wild aus, mit einem großen, fürchterlich dressierten  Hut, mit großen Canonstiefeln, deren sehr harter Schaft über ihr Knie reicht, an den ein großer Stahlsporn gebunden ist, und wenn sie die Straße entlang gehen, schlagen sie ihre großen Stiefel so, dass die Straße bebt, und der sanfter Aussehende scheut sich, ihnen auf dem Weg auch nur entgegen zu gehen“ [iv]

 Diese vier Studententypen sind variiert auch auf anderen Bildern zu finden. In einer Darstellung hessischer Studenten (Abb. 3.) in einem Giessener Stammbuch können wir ebenfalls diese vier Typen erkennen: der Giessener Student ist entspannt und fröhlich, raucht Pfeife, aber nach seiner Kleidung würden wir ihn für einen Jenaer halten.

Die Marburger leben ihrem Rang entsprechend, ihr Auftreten erinnert an die Leipziger Studenten. Herborn ist die Hochburg der Kalvinisten, das strenge Äußere des Herborner Studenten demonstriert, dass dessen Hauptbeschäftigung, wie die des Hallensers, das Lernen ist.

3. Abb. 1751

Nicht nur in Stammbüchern, sondern auch in Studentenliedern oder Sprüchen sind die lustigen Studentenzeiten verewigt.

„Der von Tübingen kommt ohne Weib,

Von Jena mit gesunden Leib,

Von Helmstedt ohne Wunden,

Von Jena ungeschrunden,

Von Marburg ungefallen,

Hat nicht studiert auf allen.“ - lautet der Spruch von 1756. (Heer, 1927:50)

Etwas polarisiert: anhand ihres Benehmens und ihrer Gewohnheiten können wir zwei Grundtypen von Studenten des 18. Jahrhunderts unterscheiden: den Idealen, der fein, elegant, manierlich und fleißig ist, sich von Menschen mit grobem Benehmen fernhält, und denRaufbold, der Kneipen und Dirnen frequentiert, auf offener Straße Prügeleien provoziert, Schulden anhäuft und letztendlich der Universität verwiesen wird. (Abb. 4)

4. Abb. Jena_1750

3. Der Göttinger Studententyp

Auch von den Göttinger Studenten sind einige Stammbuch-Illustrationen erhalten geblieben. Im Göttinger Stadtarchiv finden sich in einem Stammbuch (Abb. 5) sogar zwei Zeichnungen aus dem Jahr 1773, die Männer in Uniformen darstellen.

5. Abb. Stammbuch_Rupstein_1775.

Die acht Bilder typisieren acht hier studierende Landsmannschaften, über jeder Figur haben die Inskriptoren deren Herkunft eingetragen: Es sind „Kurländer, Pommeraner, Frankffurter, Moselaner, Westphalinger, Hannoveraner, Braunschweiger und Holsteiner“ Landsmänner. Alle spiegeln einheitliche Eleganz wider:

Strümpfe, Schnallenschuhe, Kniehose, Weste, langer farbiger 'Rock', über der Zopfperücke prangt ein modischer Hut. Keiner von ihnen trägt einen Degen. Ein anderer, aus dem Jahr 1765 stammender Stammbucheintrag (Abb.6.) zeigt die friedlich Wein trinkende Landsmannschaft von Mecklenburgern, die in Göttingen studieren. In eleganter Umgebung, wahrscheinlich in einer Studentenstube, heben neun Jünglinge gerade ihr Glas auf den 'Landesvater', und nur in der Hand des Studenten, der am oberen Ende des Tisches steht, ist ein gezogener Degen.

Der Göttinger ist in den Augen der Nachwelt der Musterstudent, der sich auf das Lernen konzentriert, der Etikette angemessen höflich ist und vornehme Manieren hat. „In den Hörsälen herrscht ganz der edle gesezte Anstand junger Leute von Erziehung in einer nachahmungswürdigen Aufmerksamkeit und Stille.[v]Der königlichen Proklamation zufolge ist Göttingen die Alma Mater der Wissenschaften und der guten Sitten.

6. Abb. Barner

Das versuchte auch die Universitätsleitung von Anfang an zu vermitteln: bei der halbjährlichen Inauguration des Prorektors hoben der abtretende und der ins Amt tretende Prorektor stets das gebührliche Benehmen der Studenten hervor, und sie schrieben darüber auch in ihren nach Hannover gesendeten Berichten. (Brüdermann 1990:474)[vi]

 3.1 Von der Gründung bis zum Ende des Siebenjährigen Krieges (1734-1763)

Die Wirklichkeit sah jedoch vor allem in den ersten Jahrzehnten der Universität vollkommen anders aus. (Abb. 7.) Die Bewohner der bis dahin friedlichen Stadt waren von der Anwesenheit der ungezügelten jungen Männer geradezu eschockt.

7. Abb.Goettingen (1735)

Randale auf den Straßen und zerbrochene Fenster wurden zu einer täglichen Erscheinung. Kein Wunder: von den im Frühjahr 1735 in Göttingen eingeschriebenen 190 Studenten kamen 42 aus Jena, davon war ein Teil von dort relegiert. Bei der feierlichen Inauguration der Universität 1737 zeigten sie noch tadelloses Benehmen (Abb. 8), aber nach den Festlichkeiten fingen sie schon an zu randalieren und Fenster einzuwerfen.

8. Abb. Inauguration 1737

3.2 Akademische Gesetze

Im Zuge der Immatrikulation bekamen die Studenten zwar die sie betreffenden Gesetze der Universität in die Hand und schworen darauf, mit der  Einhaltung nahmen es aber viele nicht ernst. Die Gesetze enthielten die Verpflichtungen der Studenten, Anweisungen, Verbote, Warnungen, in erster Linie Richtlinien, welches Benehmen die Universität von ihnen erwartete.[vii]      In den Jahren 1755, 1763 und 1796 wurden die Universitätsstatuten abermals zusammengefasst und auch durch im Laufe der Zeit erlassene und am Schwarzen Brett veröffentlichte Verordnungen ergänzt.  Die Universitätsgesetze wurden dann in mehreren tausend Exemplaren neu gedruckt. Die Herausgabe dieser vierseitigen Broschüre finanzierte zum Teil das universitäre und zum Teil das Hannoveraner Budget,[viii] man ließ sie nicht nur den Studenten zukommen, sondern auch die Bürger konnten sie lesen auf öffentlichen Plätzen und sogar in den Siedlungen der Umgebung. (Brüdermann 1990:115)

3.3 Der Komment

   Die Studenten hatten auch eigene, ungeschriebene Gesetze, den Comment, der die Studententraditionen, Sitten, die Verhältnisse untereinander zusammenfasste. Die Ausgangsgedanken des Komments sind die akademische Freiheit und die Gleichheit: „Wir sind alle Brüder und einander gleich”[ix] - lautete das Motto. Wer diesen verletzte, zahlte im Duell, obgleich Duelle nach den Universitätsgesetzen von vornherein verboten waren. Als genauso schweres Vergehen zählte das Brechen des Ehrenwortes. Die schriftliche Version des Göttinger Komments ist aus dem Buch „Der Göttinger Student” von 1813 bekannt. ([Wallis] 1813:65-69) Ein Leser dieses Buches kann kaum glauben, wie ungezügelt die Jugend in der Mitte des 18. Jahrhunderts war, schließlich handeln einzelne Punkte des Komments vom guten Benehmen, von Ehrbarkeit, Höflichkeit und Kameradschaftlichkeit.

 3.4 Die Burschenfreiheit

Die Studentenschaft suchte nicht nach den Vorschriften, sondern nach den studentischen Traditionen ihre Identität in der städtischen Gemeinde. Sie sah in der akademischen Freiheit einen privilegierten Status, der ihr eine zügellose, bisweilen zu Gewalt neigende Lebensführung und eine abschätzige Haltung anderen Bevölkerungsgruppen gegenüber erlaubte. In den ersten Jahrzehnten der Universität herrschte unter den Studenten die als Jenaer bezeichnete ´Renommisten´-Mentalität. Die Renommisten konnte man an ihrem unverhältnismäßig hoch geschlagenen Hut, dem gekrümmten Säbel und den bis über das Knie reichenden Stiefeln, so wie an ihren vorlauten, rohen und oft rabiaten Manieren erkennen. Pennalismus[x] war ein alltägliches Vorkommnis.

            Sie provozierten die Scharwache, saßen mit Hut in den Vorlesungen, zerbrachen Fenster, prügelten sich, sie zogen nachts betrunken und lärmend mit Pistole und Degen bewaffnet durch die ganze Stadt, störten familiäre oder städtische Veranstaltungen und hielten damit die frommen Philister in Schrecken. „…gleich als ob solche brutale, unsinnige und unüberlegte, Handlungen zur Academischen Freyheit mit gehörten und den Character eines rechten Academischen (Burschens) ausmachten. Was dieses für Lernen, Unruhen, Schreyen, Vivat und Pereat Ruffen, nebst den 'Wetzen'auf den Gassen, Tag und Nacht, nach sich gezogen, kann niemand sich lebhaft genug vorstellen, als der an solchen Orten eine Zeitlang mitgewesen, und Tag und Nacht den Unfug mit ausstehen müßen.”schrieb Professor Hollmann über diese Zeit in seinen Jahrzehnte später erschienenen Erinnerungen. (Hollmann 1787:24)

Obgleich der Kurator Münchhausen schon von Beginn an im Interesse des guten Rufes Strenge von den Professoren erwartete, war das Konzil der Universität nachsichtig bei der Bemessung der Strafen. Zu Anfang gab es mehr bloße Ermahnungen, die nächtliche Randale zu beenden und sich disziplinierter zu benehmen. Geldstrafen und Arrest waren die häufigsten Strafen, gefolgt vom Karzer. Das consilium abeundi und die Relegation (der zeitweise und der endgültige Ausschluss von der Universität) kamen nicht häufig vor. Die Gerichtsbarkeit über Studenten hatte in jedem Fall die Universität.

Die Solidarität der Professoren mit den Studenten beruhte auf der – beiderseits -traditionell aufgefassten akademischen Freiheit. Die Autonomie der Universität bedeutete einen rechtlichen Sonderstatus, die Stadt hatte im Universitätsleben kein Mitspracherecht, gleichzeitig war sie von der Universität wirtschaftlich abhängig. (Abb. 9)

9. Abb.Stadt_1747

In der städtischen Hierarchie standen der Prorektor und sogar die Dekane über den städtischen Prominenzen. Die Universität wiederum existierte durch die Studenten, davon hing auch die Existenz der Professoren ab. Professor und Student standen in gegenseitiger Abhängigkeit. Dennoch war dies ein patriarchalisches Verhältnis, was auch die Studenten akzeptierten, indem sie sich der Autorität der Professoren immer beugten. In den Akten des Universitätsgerichtes finden sich viele Fälle, in denen die Studenten im Laufe der Auseinandersetzung erst durch das Einschreiten des Prorektors zum Rückzug bereit waren.

3.5 Landmannschaften, Studentenorden

            In dieser Zeit hatten die Landsmannschaften ihre Blüte, die Studenten gründeten Gemeinschaften nach ihrer nationalen, regionalen und sprachlichen Zugehörigkeit. Die Mitglieder dieser Gemeinschaften halfen sich in der Not, hatten eigene Gesetze und wählten Anführer aus ihren Reihen. Probleme gab es nicht, solange die Studenten in Gruppen zusammenhielten. Aber 1747 kam es in Mode, zu jeder Zeit Nationalfarben und Kokarden zu tragen, was eine provokative Wirkung auf die Mehrheit hatte. Deswegen wurde die Verwendung von Symbolen, Bändern und Kleidung zum Ausdruck der Zusammengehörigkeit verboten, nicht jedoch die Gemeinschaften selbst: sie spielten eine wichtige Rolle für die Identität der Studenten.

           In den 1740-er Jahren begann eine gefährlichere Bewegung, die an den Universitäten tonangebend wurde: die Bildung von Studentenorden. Einigen Forschern zufolge sind die Studentenorden eigentlich von den Freimaurern gegründete universitäre Logen, geheime Organisationen. (Deneke, 1938:25) Die Bewegung ging von Halle und Jena aus, gelangte aber an alle protestantischen Universitäten, so auch nach Göttingen. Die Mitglieder schworen einander ewige Freundschaft, zahlten bedeutsame Summen an die Kasse der Orden und benutzten geheime Zeichen. Der ´ehrenwürdige´ Mops-Orden – dessen Kennzeichen die gleichnamige Hunderasse ist - entstand 1747 mit 55 Mitgliedern, von denen die meisten aus Adelshäusern des Hannoveraner Königtums stammten, wurde aber ein Jahr später verboten. Obwohl niemand relegiert wurde, sind doch strenge Strafen erteilt worden: Stipendiaten verloren ihr Stipendium, die Erlangung von Ämtern wurde den Vornehmen erschwert, und Hausherren, die Versammlungen beherbergten, wurden zu 100 Talern Geldstrafe verurteilt. (Brüdermann 1990:228)

Das Verbotsedikt der Hannoveraner Regierung bezog sich auf sämtliche Studentenorden, trotzdem existierten die Orden im Geheimen weiter, wie man auch in den Stammbucheinträgen[xi] sehr gut beobachten kann. Der Universitätssenat machte die Studentenorden verantwortlich für den moralischen Verfall, weswegen er wiederholt ihre Auflösung anordnete. Strenge Urteile konnte man über die Studenten nicht fällen, da zu Beginn der 60-er Jahre fast zwei Drittel der Studentenschaft Mitglied in einem der Studentenorden waren und zudem aus den besten Familien stammten. Daher zitierte der damalige Prorektor, Rudolph Augustin Vogel schließlich im Jahr 1766 alle Betroffenen zu sich „…vom heutigen dato an binnen den nächsten 14 Tagen ein jeder Nachmittags um 3 Uhr bey mir dem Prorectore in meiner Behausung sich anmelden, und vorerst das weitere mündlich von mir gewärtigen kann.“[xii] Vogel ließ jeden einzelnen schwören, seine Mitgliedschaft aufzugeben. Dadurch wurden die Geheimgesellschaften so sehr gelähmt, dass sie sich innerhalb kurzer Zeit von selbst auflösten. (Brüderman 1990:230) Nur ein Orden überstand die Krise, der Concordisten-Orden „Concordia et Taciturnatis“ existierte bis 1778.

4. Die 60er Jahre

Das letzte Drittel dieses Jahrhunderts begann mit viel Unruhe. Der siebenjährige Krieg und seine Folgen führten den moralischen Verfall herbei: viele Studenten verstrickten sich unbedacht in Schulden, gingen sich vergnügen statt in die Vorlesungen, spielten Billard und verschiedene Hasardspiele und wüteten herum. (Abb.10)

Das über der Universität stehende Organ, der Königliche Geheimrat in Hannover, verlangte harte Strafen. Dass dadurch die Studentenzahl sinken würde, zählte nun nicht mehr, die Durchsetzung der Disziplin war viel wichtiger. Der Universitätssenat setzte daher strenge Erlässe in Kraft und fasste diese im neu formulierten akademischen Gesetz von 1763 zusammen.

10. Abb. Richertz

4.1 Unruhe im Juli 1766

Im Interesse der städtischen Ruhe wurde 1763 die 50-köpfige Polizei-Jägerwache aufgestellt, die direkte Verfügungsgewalt über die Studentenschaft hatte. Im Juli 1766 brach eine fünftägige Unruhe in der Stadt aus. Die Universitätsleitung hatte die Veranstaltung eines Balles untersagt. Die Studenten zogen daraufhin auf den Marktplatz, riefen und sangen, die Jägerwache löste den auf 300 Personen angeschwollenen Tumult mit Schlagstöcken auf. Am nächsten Tag sperrte man die identifizierten Teilnehmer in den Karzer, andere wurden zu Arrest verurteilt. Trotzdem  begann der Tumult am Abend erneut, die Studenten bewarfen die Wache mit Steinen, worauf der Pedell militärische Hilfe erbat. Am dritten Tag fielen sogar Schüsse, aber beim Vormarsch des Militärs zogen sich die Studenten zurück. Am vierten Tag zogen die Studenten ´Pereat´[xiii] rufend auf und warfen Fenster ein. Nach Zeugenaussagen herrschte eine solche Anarchie, dass die Bürger sich nicht auf die Straße wagten. Der Senat wiederum fürchtete, all dies würde bald zur „Jenischen zügellosen Freiheit“ führen. Deshalb wurden die am ersten Abend verhafteten Rädelsführer am fünften Tag freigelassen, was die Studenten mit ´Vivat´ aufnahmen. Der Prorektor, zu dieser Zeit der berühmte Mathematiker Abraham Gotthelf Kästner, versprach den Beteiligten Straffreiheit; das war der Preis dafür, dass in der Stadt endlich Ruhe herrschte. Die Universitätsleitung bat die Obrigkeit um Verständnis dafür, dass sie, weitere Unruhen befürchtend, die Teilnehmer nicht vor das Universitätsgericht zitierte und nicht bestrafte. Das heißt, die Universität hatte in der Reglementierung der Studenten versagt.

Die Regierung in Hannover sandte eine Prüfungskommission nach Göttingen. Man verwies drei Rädelsführer endgültig der Universität, die Vollmacht des Prorektors wurde zeitweilig beschnitten, die Macht des Syndikus dagegen ausgebaut. Auch auf die  Beschwerden der Studenten ging man ein: zukünftig wurden die kulturellen Veranstaltungen der Studenten genehmigt und sogar unterstützt. (Brüdermann 1990:470-472)

4.2 Gerichtsfälle

Die meisten gerichtlichen Fälle gab es im Jahrzehnt nach dem Siebenjährigen Krieg, jeder zweite Student handelte sich eine Strafe ein. Im Laufe des Jahrhunderts wurden vom Universitätsgericht 5221 Urteile gesprochen, davon 805 wegen verschiedener Ordnungsstörungen. Bei den meisten Ordnungsverstößen ging es um Lärm (290), an zweiter Stelle standen verbotene Hasardspiele (82), durch Unfug verursachte Sachbeschädigungen kamen in 69 Fällen vor. Ferner wurden Strafen wegen Trunkenheit, Ruhestörung und Rauchen verhängt, schließlich war es seit 1772 verboten, auf der Straße oder auf dem Wall zu rauchen. (Abb. 11)

11. Abb. Duel um1750

Tabelle: Chronologische Verteilung der Gerichtsfälle (nach Brüdermann 1990:536)

 

1734

1738

1739

1743

1744

1748

1749

1753

1754

1758

1759

1763

1764

1768

1769

1773

1774

1778

1779

1783

1784

1788

1789

1793

1794

1798

1799

1803

 

Summe

Immatrikulationen

 

1071

 781

1177

1437

1244

1027

1266

1653

1858

2118

1944

1941

1849

1866

21232

Konflikte unter

Studenten

 

  24

 

  32

 

   56

 

 

 127

 

   85

 

  48

 

 110

 

 133

 

  133

 

   91

 

   47

 

   61

 

    82

 

   80

 

  1109

Konflikte mit

Bürgern

    3

  10

  28

  26

  14

  28

   64

 106

   85

  44

  24

   31

    26

   30

    519

Schuldklagen

 

  32

  59

  71

  83

  96

  50

 104

 436

 177

 111

 108

 155

  114

 129

  1725

übrige

 

  55

 76

  86

159

110

  74

 178

 199

 174

 120

 107

 141

  171

 218

  1868

Summe

 

114

177

241

395

305

200

456

874

 569

 366

 286

388

  393

 457

  5221

5. Die goldene Zeit der Universität

Die Strenge und die vielen Bestrafungen waren erfolgreich. Während sich an den meisten deutschen Universitäten die Studentenzahl laufend verringerte, stieg sie in Göttingen zu dieser Zeit auf den höchsten Stand. Im 18. Jahrhundert studierten an den 30 traditionellen Universitäten Deutschlands durchschnittlich insgesamt 8000 Studenten pro Jahr, diese Zahl sank zum Ende des Jahrhunderts durch die Abtrennung des Rheingebietes auf 6000. Die höchsten Studentenzahlen pro Semester hatten die jungen, neu gegründeten und deshalb als modern geltenden Universitäten wie Halle (1694) und Göttingen (1734), in den 80er Jahren waren es etwa 1000 beziehungsweise 800 Studenten. Daneben zählten noch Jena und Leipzig als große Universitäten, in den anderen lag die Studentenzahl zwischen 100 und 200, in den kleinen Universitäten wie Erfurt und Greifswald unter 100. (Kuhn-Schweigard 2005:21)

Der Rückgang der gerichtlichen Fälle in Göttingen ist in der Tabelle gut sichtbar. Dabei rebellierte in diesen Zeiten unter dem Einfluss der französischen Revolution überall die Jugend Europas und der deutschen Universitäten. Die Ausnahmestellung Göttingens lässt sich vielleicht der Tatsache zurechnen, dass hier von Anfang an freigeistige Lehre nach englischem Vorbild stattfand, Professor und Student konnten gleichermaßen die bestehende Ordnung kritisieren. Gegen Schlözers politische Kollegien erhob der Wiener Hof selbst Einwände. Gergely Berzeviczy schrieb darüber 1785 folgendes: „Gott! was er alles in seinen Collegio sagt und er wäre imstande es auszusprechen, wenn selbst der Kaiser zugegen sein würde. Während seiner ersten Stunde über Politik sass ich wie versteinert da.“[xiv] (Futaky 1991:27)

5.1 Studentenauszug 1790

Trotzdem brach in Göttingen zu dieser Zeit die größte Unruhe des 18. Jahrhunderts aus, die zum einzigen Studentenauszug führte. Der auslösende Grund war nicht die französische Revolution, es war kein Aufstand für die Idee von Freiheit und Gleichheit. Der Vorfall begann als einfache, triviale Geschichte: Im Juli 1790 gerieten ein Tischlergeselle und ein Student in Streit, was nicht selten vorkam. Der gesellschaftliche Status der Handwerksgesellen glich dem der Studenten, auch sie waren ungebunden lebende Jünglinge, die durch ihre Zugehörigkeit zu Zünften gewisse Vorrechte genossen, weswegen sie oft in Auseinandersetzungen ihre Kräfte maßen. Der Streit entartete hier zu Tätlichkeiten, in die sich auch andere Zunftgenossen aus den umliegenden Städten einmischten.  Am Abend zogen deshalb einige hundert Studenten durch die Stadt, randalierten und zerschlugen das Gildeschild. Am nächsten Tag versammelten sich etwa 500-700 Handwerksgesellen – als 'Knoten' verspottet -, steckten sich eine rote Kokarde an den Hut, machten Jagd auf die Studenten und misshandelten sie.  Die Studenten flüchteten ins Rathaus, aber die Handwerker stürmten das Rathaus. In der Stadt entstand ein Aufruhr.

Die von ´Knoten´ beleidigte Studentenschaft grub aus ihrem Kampfinventar das traditionelle Druckmittel des Auszugs hervor: sie verließ die Stadt. Die Solidarität der Studenten funktionierte, schon bald hatten sich alle Studenten aus Göttingen auf das benachbarte Kerstlingeröder Feld zurückgezogen. Sie wussten, ohne Studenten gäbe es keine Universität und auch um die Überlebensfähigkeit der Stadt stünde es schlecht. Für ihre Rückkehr stellten sie Forderungen: Zusicherung von Straffreiheit, Bestrafung der Handwerker und feierlicher Wiedereinzug in die Stadt. (Abb. 12) So geschah es auch, die zurückkehrenden Studenten wurden mit Musik und Freibier empfangen, das Militär salutierte, die Bürger beleuchteten ihre Fenster. In den folgenden Tagen wurden die Handwerksburschen verurteilt, sie bekamen eine schwerere Strafe als die Studenten, von denen nur zwei zeitweise von der Universität ausgeschlossen wurden. Den Prestigekampf hatten die Studenten gewonnen. (Brüdermann 1991)

Abb.12. Studenetnauszug 1790 Göttingen

5.2 Die „vorzüglichste Universität“ Deutschlands

In der goldenen Zeit der Universität Göttingen, den 1780-90er Jahren ließ sich die die höchste Anzahl reicher und vornehmer Studenten immatrikulieren. Zwischen 1788 und 1789 studierten 11 Herzöge und 148 Grafen in Göttingen, darunter auch die Söhne des englischen Königs, Kronprinzen, Herrschersöhne. (Brüdermann 1990:473) Der Adel war an den deutschen Universitäten allgemein überrepräsentiert: er stellte 11 % der Studentenschaft. In Göttingen war sein Anteil auch im Vergleich dazu ausgesprochen hoch, auf das Jahrhundert projiziert 18 %. Zum Ende des Jahrhunderts wurde in der Matrikel auch die Abstammung der Studenten eingetragen; danach sah 1797 die soziale Struktur der Universität so aus: (nach Kuhn-Schweigard  2005:23-24)

Abstammung

Adel (77)

Nicht-Adel (430)

 Beamter

  66,2 %

  49,0 %

 Akademiker

   2,6 %

    9,7 %

 Grundbesitzer

  29,9 %

  10,4 % (Besitzbürgertum)

 Sonstiges

   1,3 %

 

                An der Struktur lässt sich das Profil einer berühmten und teuren Universität gut ablesen. Der hohe Anteil Adliger und gut situierter Bürger, die eine vorzügliche Erziehung genossen hatten und über eine standesgemäße Charakterbildung verfügten, weiterhin natürlich das Niveau der Lehre und der Infrastruktur bestimmten den sogenannten Göttinger Stil und gaben ihm Beispielswert. Zum Lehrangebot der Universität gehörten auch die sogenannten Kavaliersfächer wie Reiten, Fechten, Tanzen, Zeichnen, Sprachen; Fertigkeiten, die von einem Junker erwartet wurden. In seiner Festrede zum 50-jährigen Jubiläum der Universität im Jahr 1787 verglich der damalige Prorektor, Professor Less, die gehobene Moral der derzeitigen Studentenschaft mit der Moral in den Anfangszeiten.[xv] Friedrich Gedike, der im Auftrag des preußischen Königs 1789 eine Studie über die deutschen Universitäten anfertigte, hob Göttingen als beispielhaft hervor und bewertete die Georgia Augusta als „die erste und vorzüglichste unter allen in Deutschland”. (Gedike 1789) Der angeschwollene bürokratische Apparat des aufgeklärten Absolutismus hatte Bedarf an gut ausgebildeten, vornehmen Beamten. Diese Chancen bot Göttingen seinen Studenten. Am Ende des Jahrhunderts waren die Stellen in der Verwaltung des deutschen Reiches fast nur mit früheren Zöglingen des Juraprofessors Pütter und des Politikwissenschaftlers Schlözer besetzt.

5.4 Der Göttinger Student: der Musterschüler

            Dieses Bild der Göttinger Universität und ihrer Studenten hat sich in der Nachwelt verfestigt. Dazu hat auch das 1813 geschriebene Buch 'Der Göttinger Student' beigetragen.[xvi] Darin ist zu lesen, wie fleißig der ideale Göttinger Student war: Er steht morgens um 5 Uhr auf, lernt täglich 10 bis 12 Stunden, und erst, wenn er seine täglichen Aufgaben erledigt hat, sucht er die Gesellschaft guter Freunde. Am Abend hält er eine Selbstprüfung ab, und wenn er die Arbeit des Tages nicht für ausreichend befindet, widmet er auch abends noch 1 bis 2 Stunden dem Lernen. (Abb. 13) Zur Zerstreuung macht er gesunde Spaziergänge oder liest und bricht erst am Sonntag Nachmittag zu Vergnügungen auf – natürlich außerhalb der Stadt – wo sich die Möglichkeit zum Tanzen, Kegeln oder zum ruhigen Herumschauen beim Pfeiferauchen bietet.

Abb.13. Fleissige Student

Er kleidet sich ohne jeden Luxus, aber sauber und ordentlich, im Umgang mit seinem Hausherrn ist er höflich, gegenüber seinen Kommilitonen ehrlich und zuverlässig. Von den Unruhen der heutigen Zeit abgesehen – schreibt der Verfasser –, charakterisieren die Göttinger Studentenschaft Fleiß, gute Laune und gute Sitten. Einige durchreisende oder neu ankommende Studenten können als streitsüchtig beschrieben werden, aber nicht in Jenaer Dimensionen. Auch sonst kann die Grobheit der von anderswo Anreisenden den guten Göttinger Stil nicht verderben, im Gegenteil, dieser hat einen positiven Einfluss auf die unerzogenen Ankömmlinge. So viele ausländische Studenten wie hier sind wiederum an keiner Universität zu finden, und das Zusammenfließen der vielen Nationalitäten bereichert die Kenntnisse und Erfahrungen der Studenten. ([Wallis] 1813)

6. Der Wandel des Inhalts der akademischen Freiheit

Der Inhalt der akademischen Freiheit durchlief im 18. Jahrhundert einen Wandel, und diese Veränderung ist auch in Göttingen leicht zu verfolgen. Die akademische Freiheit bedeutete seit der Authentica habita einen rechtlichen Status. Sie gewährte Schutz und verstärkte das Zugehörigkeitsbewusstsein zu einer Gemeinschaft, indem sie ihren Mitgliedern gleiche Rechte sicherte. Die Einschränkung dieser Freiheit berechtigte die Studenten zur Rebellion, und die durch den akademischen Status garantierten Privilegien bedeuteten für sie gleichzeitig auch Schutz.

      Die an Ständeprivilegienerinnernden Vorrechte der Universitätsangehörigen mißbrauchten einzelne Studentengruppen als rechtlichen Schutz für ihre jugendlichen Eskapaden, indem sie den städtischen Instanzen gegenüber nur die akademische Gerichtsbarkeit anerkannten. Die deutsche Fachliteratur spricht von Burschenfreiheit. Zum Ende des Jahrhunderts änderte sich die Lage. Die früher alltäglichen Krawalle (Pennalismus, Degenwetzen, Fensterbrüche) wurden seltener. Das akademische Gesetz von 1763 enthält noch eine Stellungnahme gegen die „übel betitelte academische Freyheit”, aber schonin der Überarbeitung von 1796 erinnert es die Studenten daran, dass „sie Unterthanen  seyn”,und von nun an verpflichtet, sich gegen die langsam „vergessene Grille der Studentenfreiheit”[xvii] zu erheben. Auch die Professoren galten nicht mehr als standesgleich gegenüber den Studenten, sondern als Obrigkeit. Statt der traditionellen ständischen gemeinschaftlichen Rechte bedeutete akademische Freiheit von da an die Freiheit des Studiums und der Lehre. (Brüdermann 1990: 497)

7. Die Ungarn in Göttingen

An der Göttinger Universität studierten im 18. Jahrhundert Borzsákzufolge 252 ungarländische Studenten.[xviii] Von diesen kamen 150 aus Ungarn, 99 aus Siebenbürgen. Die meisten ließen sich in den Jahren 1780-90 (155) immatrikulieren, was nicht nur den zunehmenden Auslandsstudien der Ungarn, sondern auch Göttingens Ruf zu verdanken war. Die Zahl derjenigen, die sich für Theologie einschrieben, war auffallend hoch (138). Die Anzahl an Jurastudenten lässt sich ab den 70er Jahren zählen, sie wuchs mit dem Ruhm des Juraprofessors Pütter, und gleichzeitig stieg auch die Zahl der Adligen sprunghaft an, da deren Mehrheit juristische Studien betrieb. Wir wissen von 12 Jurastudenten in den 70er Jahren, insgesamt 45 in den 80er und 90er Jahren, darunter waren 12 Barone und 11 Grafen. Göttingen wurde vor allem von den Vornehmen aus Siebenbürgen favorisiert. 5 Grafen Teleki, 3 Rhédei, 2 Bethlen, wie auch 3 Barone Kemény und 2 Bánffy studierten hier. Der Anteil der Pauperes ist dem der Adligen entgegengesetzt: von den 20 von Studiengebühren befreiten ungarischen Studenten – fast ausschließlich Theologen – studierten 15 in den ersten Jahrzehnten des Bestehens der Universität hier. (Borzsák 189-196). (Abb. 17-18)

Abb.17-18 statistic

   7.1 Der ungarische Ruf: Fleiß und gutes Benehmen

Die Ungarn charakterisierte von Anfang an ihr Fleiß. Nach den erhalten gebliebenen Briefen und Tagebüchern[xix] scheinen die Ungarn die vom ´Göttinger Studenten´ empfohlene Zahl von 4-6 Kollegien pro Semester um ein gutes Stück zu übertreffen. Pál Teleki belegte 1753 abgesehen vom Sprachunterricht sieben Kollegien, Berzeviczy 1785 sieben, und er nahm zusätzlich regelmäßig Violin- und Fechtunterricht. (Abb. 14) Ézsaiás Buday hat sie 1792 noch übertrumpft: er besuchte vormittags von 6 bis 12 Uhr sechs Kollegien, las bis nachmittags um 5 und eilte von 5 bis 7 noch zu zwei Vorlesungen, zu Schlözer und Gatterer. (Halmágyi 1906:588., Berzeviczy 1897:30., Borzsák 1955:170-184)

Abb.14. Fechtübung

Neben dem Fleiß fehlte auch nicht das gute Benehmen. János Kis schrieb, sich an 1791 erinnernd: „Die Ehre unseres Nationalbekenntnisses haben wir vor jeder Besudelung bewahrt, uns bemüht, sie in noch schönerem Licht zu schmücken. Es hat sich unter uns nicht einer gefunden, der nicht mit ehrenhaftem Benehmen und Lernfleiß überzeugt hätte, die wir uns durch unsere Talente und gesammelten Kenntnisse später zu Professoren, städtischen Predigern oder nützlichen Mitgliedern der bürgerlichen Gesellschaft entwickelten.”[xx] Ein paar Jahre später wurde ein Student namens Pfandler[xxi] aus Pressburg wegen verbotenen Duellierens mit Relegation bestraft. „Es gab viele ungarländische und Siebenbürger Ungarn, wir wendeten uns an die Regierung  und man entlastete Pfandler, da seitdem die Universität besteht niemals mehr ein Ungar relegiert wurde.” - berichtete Fogarasi von dem Vorfall. (Fogarasi 1974: 235)

Nicht jeder konnte mit gutem Benehmen überzeugen, auch unter den Ungarn  kamen Betrüger vor. Einen Studenten namens Rosner bestrafte der Prorektor 1753 wegen angehäufter Schulden und sonstiger ´Unzüchtigkeit´ mit Stadtarrest[xxii]. Tatsächlich finden wir jedoch in den Gerichtsakten der Akademie wenige Einträge mit ungarischem Bezug. Eine Ausnahme ist unter anderem das Aktenbündel, das die Schulden des Grafen Elek Bethlen enthält. Der Graf lebte auf großem Fuß, die 10000 Reichstaler, die er von seinem Großvater für die Auslandsstudien erhalten hatte, gab er schnell aus, danach machte er – unter Verletzung der akademischen Gesetze – 30000 Taler Schulden. (Futaky 2007:167-168)

7.2 Unterhaltung

Nicht nur das Lernen erfüllte den Alltag der Ungarn. Jeder vergnügte sich seinem gesellschaftlichen Rang entsprechend:  Die Adligen nahmen im Winter an Schlittenfahrten oder Jagden teil, auf die immer gemeinsames Essen und Weintrinken folgten. Sie gingen in Gesellschaft und empfingen selbst Gäste in ihrem Heim. Speisen ließen sie aus Restaurants liefern, tranken dazu aber Tokajer Aszú. „Die Gäste blieben sogar bis zum Abendessen, und tanzten bis Mitternacht Bocktanz. Den Musikanten zahlten wir 6 Taler in bar.” - berichtete Halmágyi (1906:522). Berzeviczy schrieb seiner Mutter ausführlich von seinem Wochenendprogramm: Am Sonnabend geht er zu einem öffentlichen Konzert, Sonntag hat er Visite bei den Professoren, dann wird in Gesellschaft Karten gespielt: Tarock, Whist, l'Hombre. Manchmal ist er zum Ball eingeladen, hier wurden Menuett, Cotillon und englische Tänze getanzt. (Abb. 15) Der Ball sei nicht so, wie zuhause: für alles, sogar für den Eintritt müsse man bezahlen. Die ungarischen Adligen suchten die Gesellschaft der ausländischen Vornehmen, das spiegelt sich in den Stammbucheinträgen gut wider. In den Stammbüchern von Sándor Podmaniczky sind 122 Göttinger Einträge zu finden, davon sind 34 Inskriptionen von Professoren und 41 von adligen Deutschen oder sonstigen vornehmen Ausländern.[xxiii] (IAA)

Abb.15.tanz

Der Zeitvertreib der ärmeren Studenten war einfacher, obwohl auch sie zu den sonntäglichen Visiten bei den Professoren eingeladen waren. Die Ungarn vergnügten sich im Allgemeinen in engem Kreis, unter sich, kochten - „ein Abendessen nach ungarischer Art, und mit mehreren dazu eingeladenen Landsmännern verbringen wir gut gelaunt einen Abend” -, machten Ausflüge, besuchten einander oder führten wissenschaftliche Diskussionen. „Wir leben in schöner Einigkeit.”[xxiv] Den Stammbucheinträgen zufolge befreundeten sich die Göttinger Ungarn in erster Linie mit ihren dort studierenden ungarischen Kameraden und mit deutschen Studenten von ähnlicher gesellschaftlicher Stellung.[xxv] (Abb.16)

Abb.16. Reitbahn 1765

Die Ungarn gingen mit offenen Augen durch die Welt, sie achteten darauf, was man vom Gesehenen und Erlebten in der Heimat nutzbar machen, beziehungsweise wie man das Land an den europäischen Kreislauf anschließen könnte. István Halmágyi und Pál Teleki führten lange Unterhaltungen mit den Professoren über die Seidenraupenzucht, den wirtschaftlichen Nutzen der Walnussbaumanpflanzung, den Buchdruck und über jedes aktuelle Thema, das nur aufkam. Gergely Berzeviczy wollte Pfeifen verkaufen und den Handel des heimischen Tokajer Weins in Deutschland organisieren, Ézsaiás Budai wollte Kartoffeln und Sámuel Fogarasi seltene Pflanzen in der Heimat verbreiten. Wohin sie sich auch richteten, sie dachten immer an die Heimat, sie bemühten sich um die Fortschritte im Lande, die Nutzbarmachung der gewonnenen Kenntnisse. Die im Ausland studierten Ungarn wurden im Jahrhundert der Aufklärung zu den Förderern der heimatlichen Wirtschaftsreformen und der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung.

Notizen

[i] General-Statut der Georg-August-Universität, § 1 (Ebel 1961:40) Die der Akademie Georgia Augusta verliehenen Privilegien vom römischen Kaiser Karl VI stammten vom 13. Jan.1733, das königliches Privileg und die General-Statute von Georg August, König von Groß-Britannien und Hannover stammte vom 7. Dezember 1736. Die feuerliche Inauguration der Universität fand am 15.Oktober 1737 statt.

[ii]Aus den Gutachten des Hofarchivars von Meiern. Zitiert von Meinhardt, 15

[iii]So wurden die armen Studenten, vor allem der Theologie verspottet.

[iv]Sámuel Fogarasi studierte Theologie 1796-97 in Göttingen und war Begleiter des Grafen Elek Bethlen. Er schrieb später Memoiren über sein Leben. (Fogarasi 1974)

[v]Müller, Justus: Versuch einer Kurzen mahlerischen und charackterischen Beschreibung, der berühmten Universität Göttingen, 1790,  Zitiert  von  Brüdermann, 1991:23

[vi]Stefan Brüdermann hat alle Akten des akademischen Gerichtes vom 18. Jahrhundert gesichtet, aufgearbeitet und im Buch „Göttinger Studenten und akademische Gerichtsbarkeit“ publiziert. Dieses Grundwerk wird oft in dieser Arbeit zitiert: (Brüdermann 1990)

[vii]Die Pflichten der Studenten waren in den General-Statuten festgelegt:  Statuta Generalia Academiae Georgiae Augustae de 7mo Dec. Anno 1736. § 77- § 88

[viii]Der Druck von 800 Exemplaren der akademischen Gesetze alle 2 Jahre kostete 41 Taler. (Brüdermann, 1990)

[ix]„Republiken…konnten nie so sehr dem Ideale gleich kommen, wie dies bey der freyen, unabhängigen, sorgenlosen Burschenwelt Statt findet“ Zitat aus dem Text des Komments.

[x]Von älteren Studierenden wurden die Neueingetretenen, spöttisch 'Pennäle' genannt, während des ersten Jahres auf sehr unwürdige Weise behandelt. Sie mussten jenen die niedrigsten Dienste erweisen und dabei noch Schimpf und selbst Misshandlungen erdulden.

[xi]Stammbucheinträge beinhalten in diesen Jahren häufig Ordenszeichen.

[xii]Der gedruckte Anschlag des Prorektors Vogel von 3. Mai 1766. (Deneke, 1938:66)

[xii] 'Nieder mit ihm!' Eine der häufigsten studentischen Parolen des 18.ten Jahrhunderts.

[xiv]Gergely Berzeviczy studierte 1784-85 in Göttingen. Über seine Erlebnisse berichtete er in Briefen an seine Mutter. Die Briefe veröffentlichten u.a. Berzeviczy 1897,  H.Balázs 1967, Futaky, 1991.

[xv]Zitiert von (Brüdermann 1990:475.)

[xvi]Der zunächst namenlose Verfasser des Buches ließ sich später identifizieren. Ludwig Wallis war zwischen 1810 und 1813 Student der Universität Göttingen, mit Beendigung seines Studiums schrieb er sein kleines Buch voll von nützlichem Wissen und Ratschlägen und gab es noch in Göttingen heraus.

[xvii]Aus den Berichten des Universitätskonzils von 1790 zitiert Brüdermann 1990:122.

[xviii]Die Bücher „Ungarländische Studenten an den deutschen Universitäten und Hochschulen 1694-1789 von Tar und 1789-1919 von Szögi zählen 248 Studenten in Göttingen auf.

[xix] Zu diesem Teil der Arbeit wurden István Halmágyis Tagebuch, János Kis' und Sámuel Fogarasis Memoiren sowie die Briefe Gergely Berzeviczys an seine Mutter und Ézsaiás Budais an Mihály Benedek und Lajos Domokos verwendet.

[xx]János Kis studierte 1791-1792 zwei Semester Theologie in Göttingen. Es werden hier Erinnerungen aus seiner Göttinger Zeit zitiert. (Kis 1845:102)

[xxi]Der Theologiestudent Matthias Pfandler studierte 1793-1798 in Göttingen. (Szögi, 3672)

[xxii]István Halmágyi studierte 1752-53 Jura in Göttingen als Hofmeister des Grafen Pál Teleki

und führte über diese Zeit ein Tagebuch. (Halmágyi 1906)

[xxiii]SándorPodmaniczky studierte in den Jahren 1785-86 in Göttingen. Seine zwei Stammbücher sind in der Göttinger Universitätsbibliothek zu finden: unter den Signaturen

48 Ha bzw. 48 HB. Die beiden Alben wurden in der IAA (Inscriptiones Alborum Amicorum) vollkommen aufgearbeitet.

[xxiv]Beide Zitate von Kis 1845:108

[xxv]Die in den IAA aufgearbeiteten  12 Stammbücher  ungarischer Studenten enthalten nach derzeitigem Stand (2003) insgesamt 438 in Göttingen entstandene Inscriptionen.

Bibliographie

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DENEKE, Otto: Göttinger Studenten-Orden. Göttingen 1938

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[GEDIKE, Friedrich: Bericht über die deutschen Universitäten: Göttingen] Hrsg. BOOCKMANN, Hartmut:Mehr als irgend eine andere in Deutschland bekannt.Die Göttinger Universität im Bericht des 'Universitätsbereisers' Friedrich Gedike aus dem Jahre 1789. Göttingen, 1996.

HALMÁGYI, István naplói 1752-53., 1762-69. és iratai 1769-1785. Közzéteszi: Szádeczky Lajos, Budapest, 1906. (Monumenta Hungariae Historica, Scriptores XXXVIII. 4.)

HEER, Georg: Marburger Studentenleben 1527 bis 1927. Marburg, 1927.

HOLLMANN, Samuel Christian: Die Georg-Augustus-Universität zu Göttingen, in der Wiege, in ihrer blühenden Jugend und reiffenden Alter.Göttingen, 1787.

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KIS, János superintendens emlékezései életéből. Maga által feljegyezve, I. Nevendekségét, professzorságát és prédikátorságát tárgyalóemlékezések. Sopron, 1845.

KUHN, Axel –SCHWEIGARD, Jörg: Freiheit oder Tod! Die deutsche Studentenbewegung zur Zeit der Französischen Revolution. Köln-Weimar-Wien, 2005.

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SZÖGI László: Magyarországi diákok a németországi egyetemeken és főiskolákon 1789-1919.Bp., 2001. (Magyarországi diákok egyetemjárása az újkorban 5.)

TAR Attila: Magyarországi diákok a németországi egyetemeken és főiskolákon 1694-1789. Bp., 2001. (Magyarországi diákok egyetemjárása az újkorban 11.)

[WALLIS, Ludwig] Der Göttinger Student oder Bemerkungen, Ratschläge und Belehrungen über Göttingen und das Studentenleben auf der Georgia Augusta.Göttingen, 1995. (2.Neudr. d. Ausg. von 1813.)

Abbildungen

1.   Der Leipziger, der Hallenser, der Jenaer, und der Wittenberger Student im Stammbuch von Johann Christoph Heim, 1773-1783. Jena, - Städtische Museen 17793,2. 

2.   Der Leipziger, der Hallenser, der Jenaer, und der Wittenberger Student im Stammbuch von Johann August HeinrichArmbstroff, 1760. Jena. - Gotha, Forschungsbibliothek, Chart. B. 1020a.

3.  Der Marburger, der Giessener, der Rintelner und der Herborner Student. Das Stammbuchblatt wurde 1927 von Heer publiziert, ohne Angabe des Stammbuchs. (Heer, 1927: 51., bzw. Bild 5.).

4.  „Gesoffen heute must ihr alle untern tisch” Hospitium von Jenaer Studenten gegen 1750

5.  Uniformen der Kurländer, Pommeraner, Frankfurter und Moselaner Landsmannschaftenin Göttingen. Stammbuch von Ludwig August Rupstein 1772-1776 - Stadtarchiv Göttingen, Stabu 219a

6.  Hospitium der Mecklenburgischen Landsmannschaft in Göttingen. Stammbuch vonLevin Joachim von Barners 1764-1765. Stadtarchiv Göttingen, Stabu 85.

7.  Göttingen, 1735. Ansicht von Südosten

8.  Die feierliche Inauguration der Georgia-Augusta 1737

9.  Bauarbeiten in Göttingen, 1740-er Jahre: die Allee (heute Goethe-Allee)

10.  Rezepte, wie man die Studentenzeiten verbringen kann. Stammbuch von Georg Hermann Richertz aus Bützow 1736-1737, Rostock. – Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin, Lipp. OZ.73.

11.  Duell in Göttingen, 1750

12.  Der Studentenausszug aufs Kerstlingeröder Feld 1790

13.  Der fleißige Student. Stammbuchblatt mit Jenaer Eintrag, 1757

14.  Fechtübung. Stammbuch von Carl Friedrich Günter Hampel aus Nordhausen, 1772-79. Stadtarchiv Göttingen, Stabu 151. 

15.  Tanz und Musikveranstaltung. Aus einem Stammbuch von Altdorf, Universitätsmuseum.

16.  Die Reitbahn der Universität, 1765.

17.  Tabelle: Ungarische Studenten nach Studienfächern an der Göttinger Universität im 18. Jahrhundert

18.  Tabelle: Ungarische Studenten an der Göttinger Universität von 1734-1799  nach Jahrzehnten